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ReproKult – Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin

ReproKult. Das ist ein Zusammenschluss aus zahlreichen Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen, die die Debatte um die Technisierung der menschlichen Fortpflanzung anregen möchte. Auf dieser Seite möchten wir Sie über diesen Verbund und die Inhalte, die dieser behandelt, informieren und das Thema grundlegend aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Worum geht es bei ReproKult?

1978 wurde das erste Baby, das in vitro – also im Reagenzglas – gezeugt worden war, in Großbritannien geboren. Die künstliche Befruchtung hat die Welt für immer verändert. Medizinische Fortpflanzungstechniken sind mittlerweile weitgehend etabliert und werden immer weiter optimiert. Doch sind die Verfahren ethisch wirklich ausdiskutiert und ihre Folgen tatsächlich absehbar? Das ist die Frage, die der Verband ReproKult in den Raum wirft.

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In vitro Fertilisation gilt heute als eine gesellschaftlich akzeptierte Maßnahme zur Behandlung von kinderlosen Frauen und Paaren. Und das, obwohl sich die Erfolgsrate mit 20% seit Einführung der Methode nicht wesentlich verbessert hat. Zudem wird oft übersehen, dass die Reproduktionsmedizin ein lukrativer Geschäftszweig ist, der unter dem Deckmantel des Einsatzes gegen die ungewollte Kinderlosigkeit, schon einige Leute reich gemacht hat.

Ohne das persönliche Leid von kinderlosen Frauen und Paaren zu negieren, will ReproKult die Diskussion aufwerfen, inwieweit die technischen Möglichkeiten, die die Reproduktionsmedizin mittlerweile bietet, gesellschaftlich überhaupt wünschenswert sind.

Ein weiterer Punkt ist das Thema der Präimplantationsdiagnostik (PID). Hierbei geht es um eine Selektion künstlich befruchteter Embryonen, um die Geburt eines kranken oder behinderten Kindes zu vermeiden. Dem Embryo im Reagenzglas werden im 8-Zell-Stadium Zellen entnommen und auf genetische Abweichungen untersucht. “Gut” befundene Embryonen werden in die Gebärmutter implantiert, wohingegen “schlechte” verworfen werden. In Deutschland ist diese Methode – noch -nicht erlaubt, doch Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass die PID auch als Screeningmethode für künstliche Befruchtungen eingesetzt wird. So kann zum Beispiel auch das Geschlecht des Kindes im Vorfeld ausgewählt werden. Da ist die Überleitung zur Eugenik, also der Lehre der Verbesserung des menschlichen Erbguts, nicht weit her geholt. Inwieweit eine Veränderung und Selektion menschlicher Embryonen noch von einer möglichen genetischen Verbesserung entfernt liegt, bleibt fraglich. Die selektiven Maßnahmen richten sich hierzulande zwar nur gegen die Vermeidung von Behinderung oder Krankheit, tragen jedoch dazu bei, eugenische Maßstäbe wieder gesellschaftsfähig zu machen.

Grundlage für jegliche Forschung auf diesem Gebiet sind Eizellen und Embryonen. Die Quellen dafür sind Frauen, die ihre reproduktiven Ressourcen der Gesellschaft zur Verfügung stellen sollen. Wichtig ist also, dass nicht nur in Wissenschaft und Politik über die Fortpflanzungsmedizin und die rechtliche Sachlage der jeweiligen Techniken diskutiert wird. Vor Allem Frauen werden aus der Diskussion ausgeblendet. Deshalb haben sich VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik, Wohlfahrts- und Behindertenverbänden, Berufsverbänden, Beratungsstellen, dem Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik und dem Gen-ethischen Netzwerk in einem Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin “ReproKult” zusammengeschlossen. Ziel ist es, sich in die laufenden politischen Debatten einzumischen und aufzuklären. Fortpflanzungsmedizin und selektive Diagnostiken gehen alle etwas an und die Regelungen dazu müssen gesellschaftlich ausgehandelt werden.

Was spricht für die Forschung mit embryonalen Stammzellen und künstliche Befruchtung?

Kaum eine medizinische Maßnahme wird so emotional diskutiert wie die künstliche Befruchtung. Während für einige ein solcher Eingriff in die menschliche Fortpflanzung zu weit geht, ist es für andere die letzte Möglichkeit, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Was dafür spricht und warum Stammzellforschung – trotz ethischer Einwände – vielleicht trotzdem wichtig ist, diskutieren wir hier.

  1. Familien mit Kinderwunsch kann geholfen werden
  2. Durch Präimplantationsdiagnostik wird Frauen die Angst in der Schwangerschaft genommen
  3. Paare, die Träger genetisch bedingter Krankheiten sind, können gesunde Kinder bekommen
  4. Durch Stammzellforschung könnten genetische Erkrankungen geheilt oder sogar ausgerottet werden.
  5. Durch Humangenetik konnten bisher auch schon gentherapeutische Impfstoffe und Medikamente entwickelt werden

Was spricht gegen die Forschung mit embryonalen Stammzellen und künstliche Befruchtung?

Trotz des Wunsches des Menschen über Krankheiten oder dem Versagen des Körpers erhaben zu sein, sollte man doch immer die Folgen – vor Allem auf Lange Sicht – im Auge behalten. Folgende Punkte beleuchten das Thema aus einer kritischen Perspektive.

    1. Prozesse wie Zeugung und Schwangerschaft werden durch Methoden in der In-Vitro Fertilisation entfremdet
    2. In Deutschland steht die Technik der Präimplantationsdiagnostik nur heterosexuellen Paaren zur Verfügung. Hier wird das ideale Familienbild vorgegeben
    3. Die Erfolgsrate der In-Vitro Fertilisation liegt bei unter 20 % → hohe Kosten und psychische Belastung für die Paare
    4. Oft wird verschleiert, dass hinter dem Begriff Reproduktionsmedizin ein lukrativer Geschäftszweig steckt
    5. Ist es ethisch korrekt, dass bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) Embryonen mit genetischen Defekten verworfen werden?
    6. Durch die PID ist es auch möglich nach genetischen Merkmalen, wie Geschlecht etc. zu screenen. In außereuropäischen Ländern ist das auch durchaus schon Praxis
    7. Eugenische Maßstäbe werden wieder gesellschaftsfähig
    8. Langzeitfolgen von Gentherapie und PID sind nicht absehbar
    9. Frauen werden als Ressource gesehen → Stammzellgewinnung aus Embryonen, Leihmutterschaft, Eizellspende.
    10. Vor Allem Frauen aus ärmeren Ländern stellen sich für die oben genannten Verfahren zur Verfügung
    11. Mehrlingsgeburten sind bei künstlicher Befruchtung viel wahrscheinlicher und stellen ein Risiko für Mutter und Kinder dar

Mehr Informationen zum Thema

Wie Sie sehen ist das Thema durchaus komplex und Richtig und Falsch lassen sich nur schwer definieren. Wenn Sie sich umfassender informieren oder in Foren über das Thema diskutieren wollen, finden Sie hier Links zu weiterführenden Seiten.

Zellux.net
Publikatonen.selbstaufklaerung.de